Was „kostenlos" wirklich heißt

Finanzierungsmodelle kostenloser Onlinespiele
Wie sich kostenlose Spiele finanzieren — In-App-Käufe und Werbung dominieren, Battle Pass und Gacha ergänzen.

Viele Onlinespiele werben mit „kostenlos spielen". Tatsächlich verdienen die Anbieter auf verschiedenen Wegen Geld. Dieser Ratgeber erklärt die gängigen Free-to-Play-Modelle — damit klar wird, wofür gegebenenfalls bezahlt wird.

Free-to-Play (F2P)

Free-to-Play bedeutet: Der Einstieg ist kostenlos, Geld wird erst im Spiel selbst verdient. Das Grundspiel ist gratis, zusätzliche Inhalte, Vorteile oder Bequemlichkeiten kosten Geld. Das ist legitim — wichtig ist, die einzelnen Mechanismen zu kennen.

Werbung

Das einfachste Modell: Zwischen oder während des Spielens wird Werbung eingeblendet. Manche Spiele bieten an, gegen das Ansehen eines Werbevideos kleine Belohnungen zu erhalten. Die Anbieter verdienen an den Werbeeinblendungen, das Spiel bleibt für die Nutzer gratis.

In-App-Käufe (IAP)

In-App-Käufe sind Einkäufe innerhalb des Spiels — von kosmetischen Gegenständen über Zusatzleben bis zu Spielwährung. Sie reichen von wenigen Cent bis zu größeren Beträgen. Gerade hier sollten Eltern auf Sperren achten (siehe Eltern & Jugendschutz).

Battle Pass

Ein Battle Pass ist ein zeitlich begrenztes Belohnungssystem: Über eine Saison hinweg schaltet man durch Spielen Belohnungen frei. Eine kostenlose Spur ist meist vorhanden; eine kostenpflichtige Spur bietet mehr Belohnungen. Der Reiz — und die Kritik — liegt im Zeitdruck, alles vor Saisonende freizuspielen.

Gacha und Lootboxen

Gacha und Lootboxen sind Zufallsmechaniken: Man bezahlt für eine zufällige Belohnung, ohne vorher zu wissen, was man erhält. Weil das Glücksspiel-ähnliche Elemente enthält, werden diese Modelle kritisch diskutiert; in einigen Ländern gibt es bereits Regulierung. Für Minderjährige sind sie besonders heikel.

Pay-to-Win

Von Pay-to-Win spricht man, wenn sich zahlende Spieler echte Vorteile gegenüber nicht zahlenden verschaffen können — etwa stärkere Ausrüstung gegen Geld. Das wird kritisch gesehen, weil es die Fairness untergräbt. Davon abzugrenzen sind rein kosmetische Käufe, die nur das Aussehen ändern und keinen Spielvorteil bringen.

Worauf man achten sollte

Häufige Fragen

Was bedeutet Free-to-Play?

Free-to-Play (F2P) heißt, dass das Spiel kostenlos startet. Die Anbieter verdienen erst im Spiel — etwa durch Werbung, In-App-Käufe, Abos oder einen Battle Pass. „Kostenlos“ bezieht sich also auf den Einstieg, nicht zwingend auf das gesamte Erlebnis.

Sind Lootboxen Glücksspiel?

Lootboxen enthalten Glücksspiel-ähnliche Elemente, weil man für eine zufällige Belohnung bezahlt. Ob sie rechtlich als Glücksspiel gelten, wird international unterschiedlich beurteilt und ist Gegenstand laufender Debatten und Regulierung.

Was ist Pay-to-Win?

Pay-to-Win bezeichnet Spiele, in denen zahlende Spieler echte Spielvorteile kaufen können, etwa stärkere Ausrüstung. Das gilt als unfair gegenüber nicht zahlenden Spielern. Rein kosmetische Käufe ohne Spielvorteil fallen nicht darunter.